Modulation umschreibt die Gestaltung einer Fläche durch eine abwechslungsreiche Farbgestaltung. Der entsprechende Bildteil ist also farblich nicht durchgängig einheitlich gestaltet. Dadurch wirkt er weniger flach und weicher. Paul Cézanne (1839-1906) hat dieses Element in vielen seiner Werke genutzt.

Metropolitan Museum of Art, New York
Stilistisch ist eine modulierende Gestaltung eines Bildbereichs abwechslungsreich ohne vom Hauptgegenstand des Bildes abzulenken. Ein solcher Hintergrund fügt einzelne Teile der Darstellung optisch leichter zu einem gefühlten Ganzen zusammen.
Die Abstufungen innerhalb der Fläche liegen farblich zwischen Harmonie und Kontrast. Denn die Unterschiede sind hier nie so stark, dass sich Einzelnes optisch herausschält. Die Bestandteile der Fläche bleiben durch einen deutlich spürbaren gemeinsamen farblichen Nenner verbunden.

Cleveland Museum of Art
Die kleinen, kontrastierende Farbtupfen der Impressionisten kann man dafür als Vorläufer ansehen. Sie zielten drauf ab, das vibrierende Leuchten des Lichts und lebendige Farben ins Bild zu bringen. Denn bei kleineren Farbpunkten ist es nicht mehr möglich, diese als getrennte Farbtöne wahrzunehmen. Die Farben, die wir dann sehen, ergeben sich aus dieser Ungenauigkeit, als eine optische Mischung.

Museum of Modern Art, New York
Die Modulation eines Bildhintergrunds kann sogar als wichtiger Schritt auf dem Weg zur Abstraktion verstanden werden.
Ein nebensächlicher Hintergrund wird durch seine farbliche Gestaltung zu einem wichtigen Protagonisten im Bild. Die Farbe ist dabei schon nicht mehr reines Kolorit der Zeichnung, eher umgekehrt. Die Wirkung entsteht durch Farbtöne, die aufeinander bezogen sind.
(Titelbild des Beitrags: Paul Cézanne, Stillleben mit Teekanne, 1906, Museum of Wales)